Segelflugausbildung

Mit einer Segelfluglizenz (SPL = Sailplane Pilot License) darf man einsitzige und doppelsitzige Segelflugzeuge fliegen.

Im Aero-Club Kehl schulen wir mit unseren ehrenamtlichen Fluglehrern überwiegend am Wochenende und an Feiertagen.

Das Mindestalter für den Beginn liegt bei 14 Jahren. 

Segelfliegen ist ein Teamsport. Damit ein Segelflugzeug in die Luft kommt, werden viele weitere Helfer benötigt: Startleiter, Flächenhalter, Windenfahrer, Fluglehrer, etc. – Wenn man selbst nicht fliegt, hilft man den anderen in die Luft zu kommen. 

Morgens werden die Flugzeuge gemeinsam aus der Halle geholt und gecheckt, anschließend wird der Flugbetrieb aufgebaut – da wir immer gegen den Wind starten wollen variiert die Startrichtung.

Die Ausbildung beginnt zunächst doppelsitzig auf unserem Schulungs-Doppelsitzer, der ASK 13. Auf dieser absolviert man mit seinem Fluglehrer die ersten „Gewöhnungsflüge“ und bekommt dann nach und nach die Steuerung übergeben. Nach einiger Zeit ist der Fluglehrer dann nur noch begleitend dabei und der Flugschüler übernimmt schon den Ablauf des Fluges.

Selbstverständlich darf auch die Einweisung in Gefahrensituationen nicht fehlen: So wird z. B. im Rahmen der doppelsitzigen Ausbildung ein Windenseil-Riss simuliert, den der Schüler dann absolvieren muss, um auf solche Situation ständig vorbereitet zu sein.

Wenn der Fluglehrer bei den Flügen nicht mehr eingreifen muss und nur noch als stummer Begleiter mitfliegt, wird der Flugschüler von einem zweiten Fluglehrer überprüft. Wenn beide Fluglehrer ihr Okay geben, kann der Schüler zu seinem ersten Alleinflug innerhalb der Ausbildung starten!

Nach dem Absolvieren des 1. Alleinfluges werden zunächst ein paar Alleinflüge auf dem Schulungs-Doppelsitzer durchgeführt, um sich an das alleinige Fliegen zu gewöhnen. Anschließend erfolgt die Umschulung auf ein einsitziges Segelflugzeug, bei uns die K 8. Beide Flugzeuge sind sich recht ähnlich, so dass der Umstieg nicht schwer fällt.

Der Flugschüler sammelt so, weiterhin unter ständiger Beobachtung der Fluglehrer, weitere Flugerfahrung und insbesondere die Thermik zu nutzen, um längere und weitere Flüge zu absolvieren. Bis zum Absolvieren der Theorieprüfung muss der Flugschüler aber immer in Sichtweite des Fluglehrers bleiben.

Nach dem Absolvieren der Theorieprüfung und einer Außenlandeeinweisung wird der Flugschüler auf sein letztes großes Ziel vorbereitet: Der 50km-Alleinflug. Hierbei muss der Flugschüler mit einem Einsitzer eine Strecke von insgesamt 50km außerhalb des Flugplatzes abfliegen, meistens als Ziel-Rückkehr-Flug. Das Kollisionswarngerät an Bord zeichnet jeden Flug auf und so kann dieser Flug anschließend ausgewertet werden, ob der Flugschüler sein Ziel erreicht hat.

Mit dem Absolvieren des 50km-Fluges (alternativ sind auch 100km mit Fluglehrer möglich) wird der Flugschüler auf die praktische Prüfung vorbereitet. Sobald diese erfolgt ist, wird der Flugschüler für die praktische Prüfung angemeldet. Hierfür kommt ein externer Prüfer an den Flugplatz, der den Flugschüler in Theorie sowie Praxis intensiv prüft. Wenn diese Prüfungsflüge erfolgreich absolviert wurden, wird die Segelfluglizenz ausgestellt! (Die praktische Prüfung kann mit 16 Jahren abgelegt werden).

Die theoretische Ausbildung findet immer dann statt, wenn nicht geflogen werden kann – also meistens im Winterhalbjahr. Unsere Fluglehrer geben ehrenamtlich unentgeltlich Unterricht in den neun Theoriefächern:

  • Allgemeine Luftfahrzeugkunde
  • Grundlagen des Fliegens
  • Betriebliche Verfahren
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Meteorologie
  • Navigation
  • Flugleistung / Flugplanung
  • Luftrecht
  • Kommunikation

Das klingt erstmal nach viel Lernstoff – da die Theorie und die Praxis beim Fliegen aber stark ineinander greifen und viele Themen Praxisbezug haben, fällt das Lernen nicht so schwer.

Von ca. Dezember bis März gibt es einen Unterrichtsplan mit den Fächern für die Flugschüler, der meistens am Wochenende stattfindet. Der Unterricht findet hybrid statt.

Wenn das entsprechende Wissen beherrscht wird, muss eine vereinsinterne Vorab-Theorieprüfung geschrieben werden. Sobald diese geschafft wurde, erfolgt die Anmeldung zur Theorieprüfung beim zuständigen Regierungspräsidium. 

Die Frage ist natürlich: Wie lange braucht man für die Segelflugausbildung?

In einem Verein – im Vergleich zu einer Flugschule – dauert die Ausbildung zwar länger – da wir überwiegend nur am Wochenende schulen – aber sie ist deutlich kostengünstiger und man lernt viele Vereinskameraden kennen, mit denen man das Hobby teilen kann und auch diverse Mitflug-Gelegenheiten ergeben sich immer mal wieder.

Grundsätzlich kann man, wenn man sich richtig reinhängt, die Ausbildung in einem Jahr absolvieren. Die durchschnittliche Ausbildungsdauer liegt aber bei ca. zwei bis drei Jahren.

Fliegen ist teuer! – So denkt man sicherlich.

Gerade aber das Segelfliegen bietet einen günstigen Einstieg in die Welt der Fliegerei. Für Mitglieder unter 21 ist der Mitgliedsbeitrag reduziert und es gibt günstige Ausbildungspauschalen, die eine gute Kostenkontrolle ermöglichen.

Die ungefähren Kosten für die Ausbildung belaufen sich durch die Pauschalen auf jährlich etwa 850 Euro. Genaue Details können gerne in einem persönlichen Gespräch besprochen werden.

Kontakt

Wer sich genauer für die Segelflugausbildung in unserem Verein interessiert, kann gerne unserem Ausbildungsleiter

Fabian Müller

eine E-Mail über unser Kontaktformular schreiben – oder während der Saison am Wochenende vorbeikommen.